Losung

Dienstag, 17. Oktober 2017
Wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden.
Klopfet an, so wird euch aufgetan.

Taufe

Die evangelische Kirche lädt Menschen jeden Alters zur Taufe ein.

In der Taufe bejaht der Täufling bzw. bei einer Kindestaufe stellvertretend Eltern und Paten, den Wunsch, „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ getauft zu werden und damit zur weltweiten Gemeinschaft der Christen zu gehören.

Die Taufe verbindet Menschen über kulturelle, soziale und selbst konfessionelle Grenzen hinweg. So erkennen viele christliche Kirchen (so auch evangelische und katholische Kirche) die Taufe der jeweils anderen Konfessionsgemeinschaft an und bezeugen so, dass das Band der Taufe weiter reicht als konfessionelle Grenzen.

Die Taufe in der Form, in der sie uns bekannt ist, ist keine christliche „Erfindung“. Sie hat ihren Ursprung im antiken Judentum.

Menschen, die sich ihr unterzogen, zeigten damit an:
„Ich möchte einen Neubeginn in meiner Beziehung zu Gott und damit auch zu meinen Mitmenschen.“
Diesen Entschluss vollzogen sie zeichenhaft und nach außen sichtbar, indem sie in einem rituellen Taufbad symbolisch ihre Schuld abwuschen und als „reiner, neuer Mensch“ aus dem Wasser stiegen.

Zur Zeit Jesu, der ja auch Jude war, trat Johannes der Täufer auf. Am Fluss Jordan warb er für Umkehr und Neubeginn der Menschen in ihrer Beziehung zu Gott.
So lesen wir im Lukas-Evangelium im 3. Kapitel:
„Johannes, der Sohn von Zacharias, hielt sich in der Wüste auf. Dort erreichte ihn der Ruf Gottes. Er machte sich auf, durchzog die ganze Gegend am Jordan und verkündet: ’Lasst euch taufen und fangt ein neues Leben an, dann wird Gott euch eure Schuld vergeben!’“

Auch Jesus gehörte zu den Menschen, die zum Jordan kamen, um sich von Johannes taufen zu lassen. Erst hieran schließt sich sein öffentliches Wirken an.

Nach Aussage des Neuen Testamentes hat Jesus selbst nicht getauft, wohl aber seine Jünger. Im Matthäus-Evangelium gibt er aber den Menschen, die sich in seine Nachfolge stellen, den Auftrag zur Taufe:
»Gott hat mir unbeschränkte Vollmacht im Himmel und auf der Erde gegeben.
Darum geht nun zu allen Völkern der Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern und Jüngerinnen! Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch aufgetragen habe. Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.« (Übersetzung: Gute Nachricht Bibel)

Aus diesem sogenannten „Taufbefehl“ Jesu leitet sich die christliche Taufe ab.
In den ersten Jahrhunderten des Christentums wurden nur erwachsene Menschen getauft. Ihrer Taufe ging ein Taufunterricht voraus, in dem die Taufbewerber in den Grundlagen des christlichen Glaubens unterwiesen wurden, ganz im Sinne des Taufbefehls („..., und lehrt sie,...“).

Erst später bürgerte sich in der wachsenden Kirche auch die Säuglings- und Kleinkindertaufe, also die Taufe von Unmündigen, immer mehr ein.
Sie hat die Erwachsenentaufe als den Regelfall verdrängt, auch wenn diese in unserer Zeit wieder an Bedeutung gewinnt.
Im Zusammenhang der Kindertaufe wächst Eltern und Paten eine größere und verantwortungsvolle Rolle zu, sind sie es doch, die für das Kind eine Entscheidung treffen.

Diese Rolle gilt es im Interesse des Kindes und der Taufe zu bedenken.
Viele Eltern verbinden mit ihrer Entscheidung zur Taufe z.B. den Wunsch, Gott für ihr Kind, ihr Glück mit ihm, zu danken.
Sie erhoffen sich durch die Taufe ein besonderes Zeichen der Zuwendung Gottes zu ihrem Kind und seinem zukünftigen Lebensweg.

Doch die Taufe bedeutet mehr: Obwohl sie ein einmaliger Akt im Leben eines Menschen ist, markiert sie kein zeitlich (auf die Taufhandlung in der Kirche) begrenztes Geschehen, sondern sie ist der Beginn eines Weges.
Die Taufe steht für einen Bund zwischen Mensch und Gott, der nur durch seine Ausgestaltung ein lebendiger Bund sein kann.
Darin lässt er sich einer Ehe vergleichen, die ja auch davon lebt, dass sich beide Partner umeinander bemühen und versuchen, ihrer Beziehung Impulse zu verleihen.
Gottes „Ja“ zu diesem Bund geht allem menschlichen „Ja“ voraus, aber es wartet auf Antwort.
Diese Antwort geben Eltern und Paten stellvertretend für das Kind, das ja noch nicht antworten kann.
Auch in der Zeit nach der Taufe können nur Eltern und Paten dem heranwachsenden Kind durch ihre Wegbegleitung vermitteln, was mit ihrem „Ja“ zur Taufe begonnen hat. Sie sind quasi das Bindeglied zwischen dem Kind und Gott.

Zugleich steht die Kirche in der Verantwortung, altersgerechte Angebote zu machen, die es den Kindern ermöglicht, die Gemeinde und die biblische Botschaft so zu erleben und zu erfahren, dass sie sich willkommen und beheimatet fühlen.
In unserer Gemeinde laden wir wöchentlich zur „Kinderkirche“ (für die kleineren) und zur Kindergruppe (für die größeren) ein, zweimal im Monat findet parallel zum sonntäglichen Gottesdienst der Kindergottesdienst statt, außerdem laden wir regelmäßig zu Kinderbibelnachmittagen und Familiengottesdiensten ein. In der Kindertagesstätte unserer Gemeinde kommen wir zu unserem wöchentlichen „Morgenkreis“ zusammen, in dem wir mit den Kindern singen, beten und viele biblische Geschichten hören.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten, Ihr Kind von dem Gott, in dessen Namen es getauft wurde, wissen zu lassen, z.B. durch

  • eine besondere Gestaltung des Tages, an dem sich die Taufe jährt (Tauferinnerung), z.B. durch Entzünden der Taufkerze, Fotos anschauen, etc.
  • kindgemäße Gebete zur Guten Nacht und/oder zu den Mahlzeiten
  • das Anschauen/Vorlesen von biblischen Geschichten für Kinder
  • den Besuch des Kindergottesdienstes oder anderer Veranstaltungen für Kinder in der Kirchengemeinde
  • die Ermutigung, am Konfirmandenunterricht als „nachgeholtem Taufunterricht“  teilzunehmen und so eine eigene Entscheidung in Sachen Glauben für sich zu treffen.

Menschen ab dem vollendeten 14. Lebensjahr gelten in Deutschland als uneingeschränkt religionsmündig.
Ungetaufte Jugendliche, die den Konfirmandenunterricht besuchen, erfahren in ihm ihren Taufunterricht, in dessen Verlauf bzw. an dessen Ende sie für sich entscheiden, ob sie getauft werden wollen.

Mit erwachsenen Taufbewerbern werden in aller Regel eine Reihe von Gesprächen und Gottesdienstbesuchen als Vorbereitung auf die Taufe vereinbart und durchgeführt, um so eine für beide Seiten verantwortbare Taufentscheidung zu treffen.

Haben Sie noch Fragen oder Interesse an der Taufe für sich oder Ihr Kind? Dann sprechen Sie uns an, wir nehmen uns gerne Zeit für Sie.

Sprechen Sie uns an:

Pfarrerin Thora Weintz
Tel.: (0 30) 84 59 29 32

Wir sind für Sie da

Gemeindebüro

Mo, Di, Fr 10.00-12.00 h
Do 16.30-18.30 h

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